EU-Bericht stützt Position der Kunsthändler

2. November 2017 – Im September 2017 wurde endlich der Deloitte-Bericht veröffentlicht. In Auftrag gegeben hatte ihn die Europäische Kommission. Deloitte sollte untersuchen, ob Zollvorschriften der EU bei der Ein- und Ausfuhr von Kulturgütern verletzt werden und möglichen Handlungsbedarf analysieren. Die Händlervereinigung IADAA hat diesen Bericht auf Englisch zusammengefasst. Die ausführliche Zusammenfassung lesen Sie auf CoinsWeekly, wir beschränken uns auf die zentralen Punkte: 

  • Der 199 Seiten starke Deloitte-Bericht kann keine Belege dafür finden, dass Kulturgüter in die EU eingeführt werden, die sich mit terroristischen Vereinigungen in Verbindung bringen lassen. Ebensowenig gibt es Hinweise auf einen Schwarzmarkt von Kulturgütern, der vom internationalen Verbrechen gesteuert würde.
  • Die Europäische Kommission will ab Januar 2019 weitere Ein- und Ausfuhrbestimmungen erlassen, obwohl der Deloitte-Bericht bestätigt, dass diese den internationalen Kunstmarkt schädigen werden.
  • Der Bericht erklärt die fehlenden Hinweise auf illegale Aktivitäten mit der geringen Anzahl an Untersuchungen und empfiehlt daher eine Verschärfung der Kontrollen.
  • Die IADAA weist darauf hin, dass Deloitte wichtige Belege nicht aufgegriffen hat, sondern nur solche Daten verwendete, die das Vorhaben der Europäischen Kommission unterstützen.
  • Deloitte empfiehlt mehrere Lösungen, die allerdings alle dem internationalen Kunstmarkt schaden würden, wie der Bericht ausdrücklich einräumt. Alle Vorschläge sind kostenintensiv, verlangen Fortbildungen der Zollbeamten, Kompatibilität von bislang inkompatiblen nationalen Datenbanken und so umfangreiche Zollerklärungen, dass sie einen Handel voraussichtlich wirtschaftlich unrentabel machen werden.
  • Bei ihrer Entscheidung ignoriert die Europäische Kommission alle kritischen Hinweise von anderen Berichten, die in jüngster Zeit entstanden sind.

Der IADAA-Vorsitzende Vincent Geerling sagte dazu: „Der Deloitte-Bericht bringt keinen Beleg, der neue Gesetze rechtfertigen würde, empfiehlt solche aber trotzdem. Er räumt ein, dass diese Vorschläge den Markt schädigen werden, hat aber der Europäischen Kommission empfohlen, Gesetze zum Kulturgutschutz einzuführen, die kostspielig und ineffektiv sind. Effektive Gesetzgebung zur Bekämpfung von illegalem Handel dieser Art gibt es schon länger. Die Kommission sollte das anerkennen, anstatt eine weitere Schicht von schädigenden Vorschriften einzuführen, die niemandem helfen werden.“

In dem IADAA-Bericht finden Sie detaillierte Verweise auf andere Studien und Belege für die Kritik an dem Vorgehen der Europäischen Kommission.

Für weitere Informationen zur IADAA gehen Sie auf die IADAA-Webseite.

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