MUSE MACHT MONETEN in Speyer

12. Juli 2018 – Kunst macht Geld und Geld macht Kunst. Wie bewegen sich Künstler in diesem Spannungsfeld zwischen Freiheit und Fremdbestimmung? Zu dieser und anderen Fragen lässt die erstmals im Bode-Museum in Berlin und nun in veränderter Form in der Volksbank Speyer gezeigte Sonderausstellung „Kunst prägt Geld: MUSE MACHT MONETEN“ die Kunstschaffenden selbst über ihre Arbeiten zu Wort kommen. Die Ausstellung in Speyer entstand in Zusammenarbeit mit der Numismatischen Gesellschaft Speyer und setzt damit eine gute und langjährige Tradition fort.

Gerhard Rommel: Einigung Deutschlands II b. Neue Bundesländer – Aufschwung Ost, 1993. Bronze, gegossen, 80 mm. Foto: Reinhard Saczewski.Gerhard Rommel: Einigung Deutschlands II b. Neue Bundesländer – Aufschwung Ost, 1993. Bronze, gegossen, 80 mm. Foto: Reinhard Saczewski.

Gerhard Rommel: Einigung Deutschlands II b. Neue Bundesländer – Aufschwung Ost, 1993. Bronze, gegossen, 80 mm. Foto: Reinhard Saczewski.

Die Ausstellung ruht auf drei Pfeilern. Den ersten bilden Medaillen, die in den frühen 1990er-Jahren insbesondere von Bildhauern aus dem ehemaligen Ost-Berlin geschaffen wurden. In Projekten und Editionen setzten sie sich ebenso kritisch wie humorvoll mit der neuen wirtschaftlichen, politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Situation auseinander.

Anna Martha Napp: Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen, 2015. Bronze, gegossen, ca. 85 x 74 mm. Foto: Reinhard Saczewski.Anna Martha Napp: Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen, 2015. Bronze, gegossen, ca. 85 x 74 mm. Foto: Reinhard Saczewski.

Anna Martha Napp: Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen, 2015. Bronze, gegossen, ca. 85 x 74 mm. Foto: Reinhard Saczewski.

Etwa 25 Jahre später, im Jahr 2014, erging, u. a. über die Deutsche Gesellschaft für Medaillenkunst, erneut ein Aufruf an Künstler, in Form von Medaillen aktuelle Statements und Erfahrungszeugnisse zum Konflikt zwischen Geld, Macht, Freiheit und Kommerz abzugeben. Die im Münzkabinett eingegangenen Werke öffnen den Blick auf die Situation der Gegenwart und bilden das zweite Standbein der Präsentation. Diese neuen Medaillen sind lebendige Zeugnisse der Nöte und Ängste, aber auch der Ambitionen und individuellen Lösungswege aus dem Dilemma der Marktzwänge. 

Ioe Bsaffot, Via Lewandowski: Knochengeld, 20 Pfund, 1993. Papier, 149 x 69, Auflage: 14/100. Foto: Münzkabinett.Ioe Bsaffot, Via Lewandowski: Knochengeld, 20 Pfund, 1993. Papier, 149 x 69, Auflage: 14/100. Foto: Münzkabinett.

Ioe Bsaffot, Via Lewandowski: Knochengeld, 20 Pfund, 1993. Papier, 149 x 69, Auflage: 14/100. Foto: Münzkabinett.

Den dritten Pfeiler bildet Kunstgeld und in Geldkunst in Form von Banknoten. Ein Stück Ost-Berliner Geschichte repräsentiert das „Knochengeld“ der Gruppe Ioe Bsaffot, die kurz nach der Wende über 50 Künstler in einem gemeinsamen Projekt vereinte. Aus den frühen 2000er-Jahren stammt außerdem das humorvolle „Kretzergeld“ von Helmut King. Voll Ironie und Gesellschaftskritik ist auch das „Bode-Honey“ des Künstlers Nikolaus Eberstaller. Dieser hat speziell für diese Ausstellung eine Geldserie geschaffen, die einen entlarvenden Blick auf menschliche Gier wirft.

Ausstellungsort: Volksbank Kur- und Rheinpfalz eG/Dialogzone, Bahnhofstr. 19, 67346 Speyer

Es ist ein Begleitkatalog zur Ausstellung erschienen, den wir in der MünzenWoche besprochen haben.

Die in der Ausstellung gezeigten Medaillen des Berliner Münzkabinetts finden Sie hier zusammengestellt.

Die Deutsche Welle veröffentlichte außerdem 2016 eine Vielzahl interessanter Bilder der Ausstellung in Berlin. 

Mehr über die Arbeit der Numismatischen Gesellschaft Speyer finden Sie auf der offiziellen Webseite.

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